Transnasale Magensonde



Indikationen

  • Enterale Ernährung bei akuten Schluckstörungen (1)
  • Stenosierende Tumore/sonstige Passagehindernisse im oberen Gastrointestinaltrakt (2)
  • Kaustörungen (2)
  • Motilitätsstörungen im oberen GIT (2)
  • Intensivmedizinische Patienten (2)

Kontraindikationen

  • Blutgerinnungsstörungen (3)
  • Ösophagusvarizen (3)
  • Verletzungen/Raumforderungen im Mund/Rachen und der Speiseröhre (3)
  • Blutungen im Gastrointestinaltrakt (4)
  • Ulkusleiden (4)

Risiken & Komplikationen

  • Nasenbluten (5)
  • Rhinitis (5)
  • Nasennebenhöhlenentzündung (5)
  • Verletzungen der Speiseröhre (5)
  • Fehllagen in der Luftröhre, im Bronchus oder der Schädelbasis (5)
  • Druckläsionen (6)
  • Refluxösophagitis (6)
  • Ösophagusstenose (6)
  • Keimübertragung vom Magen in den Nasen- und Mund-Rachenraum (6)
  • Psychische Belastung für wache Patienten (6)
  • Brechreiz (6)
  • Atembeschwerden (6)
  • Sonde kann durch Patienten entfernt werden (7)

Vorteile

  • Geringe Invasivität (7)
  • Leichte Verfügbarkeit (7)
  • Einfache Handhabe (7)

Weitere Informationen

  • Regelmäßige Sondenpflege (Lagekontrolle, Nasenschleimhautpflege und Druckgeschwürprophylaxe) (8)
  • In Ausnahmefällen (Verlegung der Nasenhöhle durch Raumforderungen, Gesichtsfrakturen) Verwendung einer transoralen Magensonde; entspricht vom Prinzip her transnasaler Variante, stört aber enorm beim Sprechen und ist schlecht zu fixieren.

Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)



Indikationen

  • Stenosierende Tumore im HNO-Bereich und der Speiseröhre (9)
  • Potenziell reversible und irreversible Schluckstörungen (9)
  • Zum Beispiel schweres Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Hirntumoren, neurologische Erkrankungen (wie MS oder ALS), apallisches Syndrom (9)
  • Tumoren mit Schluckstörungen und starkem Gewichtsverlust (9)

Kontraindikationen

  • Schwerwiegende Blutgerinnungsstörung (10)
  • Peritonitis (10)
  • Ausgeprägte Peritonealkarzinose
  • Schwere Aszites (10)
  • Sämtliche Kontraindikationen, die generell einer EE entgegenstehen (10)
  • Endoskopischer Lokalbefund (z. B. ausgeprägte gastrale Tumorinfiltration, schwere erosive Gastritis, aktives Ulkus-Geschehen) (10)
  • Fehlendes Einverständnis des Patienten oder des rechtlichen Vertreters (10)
  • Deutlich eingeschränkte Lebenserwartung (< 4 Wochen) (10)
  • Magersucht (10)
  • Schwere Psychose (10)

Risiken & Komplikationen

  • Lokalinfektionen (11)
  • Bauchdeckenhämatom (11)
  • Gastrokolische Fistel (11)
  • Peritonitis (11)
  • Sondendislokation (11)
  • Perforation der Organwänden (12)
  • Aspirationspneumonie (12)
  • Fasziitis (12)
  • Transfusionspflichtige Blutung (12)
  • Buried-Bumper-Syndrom (12)

Vorteile

  • Funktionelle Aufrechterhaltung des GIT (13)
  • Wenige Komplikationen (13)
  • Geringe Dislokationsrate (13)
  • Geringe Verstopfungsrate (13)
  • Vermeidung von Irritationen, Ulzerationen und Blutungen im Nasen-Rachen-Raum/Ösophagus (13)
  • Bessere psychosoziale Akzeptanz (13)
  • Effektiverer Einfluss auf den Ernährungszustand (13)

Weitere Informationen

  • EE über PEG kann ergänzen, was der Patient oral zu sich nimmt (kein Zwang zu essen)
  • Anlegen einer PEG kann mittels Patientenverfügung abgelehnt werden (14)
  • Sonde sollte nach Ende der Ernährungstherapie zur Applikation von Medikamenten verbleiben

Gastrale/Intestinale PEG (JET-PEG)



Indikationen

  • Magenausgangstenose (15)
  • Pylorusstenosen/Obstruktion von außen (15)
  • Proximale Dünndarmobstruktion im Bereich des Duodenums (15)
  • Neuropathisch bedingte Gastroparese (15)
  • Stark ausgeprägter Reflux mit erhöhter Aspirationsgefahr (15)

Kontraindikationen

  • Siehe PEG (16)

Risiken & Komplikationen

  • Siehe PEG
  • Etwas höheres Risiko einer Katheterdislokation vom Dünndarm in den Magen (17)

Vorteile

  • Dekompression des Magens (Entlastung, Entleerung durch Abziehen der Sekrete) (18)
  • Eröffnung eines intestinalen Zugangs für Medikamente und Nahrung (18)

Weitere Informationen

  • Bestehende PEG kann in JET-PEG umgewandelt werden (19)
  • Voraussetzung: PEG-Sonde ist ausreichend groß, um jejunalen Katheter hindurch schieben zu können
  • JET-PEG sollte idealerweise bis zum Jejunum, kurz hinter dem Treitz-Band platziert werden (20)

Perkutane Endoskopische Jejunostomie (PEJ)



Indikationen

  • Längerfristige künstliche Ernährung bei erhöhter Aspirationsgefahr (21)
  • Keine Bauch-OP geplant (21)
  • Länger andauernde Schluckunfähigkeit (21)
  • Bewusstseinseintrübung (21)
  • Verminderte Schluckreflexe (21)

Kontraindikationen

  • Geplanter großflächiger Eingriff am Bauchraum (22)
  • Peritonitis (22)
  • Blutgerinnungsstörungen (22)

Risiken & Komplikationen

  • Blutungen (23)
  • Perforation von Organwänden (23)
  • Eindringen von Nahrungssubstrat in den Perforationskanal (23)
  • Bauchdeckenabszess (23)
  • Bakteriämie (23)
  • Weitere regionale Entzündungen (23)

Vorteile

  • Festsitzende Sonde (24)
  • Kein Fremdkörpergefühl in Mund und Nase (24)
  • Kau- und Schlucktraining weiterhin möglich (24)

Weitere Informationen

  • System gut geeignet zur Medikamentengabe
  • Nach Ernährung, so wie vor und nach einer Medikamentengabe sollte Kathetersystem durchgespült werden (Vermeidung einer Okklusion) (25)

Zentralvenöse Applikation



Indikationen

  • KE länger als zehn Tage (35)
  • Patient benötigt Großteil der Nahrung parenteral
  • Großvolumige Infusionen (35)
  • Peripherer Zugang nicht möglich (35)
  • Osmolarität > 800 mosmol/l Wasser (36)
  • ZVK kann auch mittels perkutaner Punktion einer peripheren Vene erfolgen (41)

Kontraindikationen

  • Blutgerinnungsstörung (37)
  • Blutungsneigung (37)
  • Anatomische Fehlbildungen (35)
  • Entzündungen an der Einstichstelle
  • Pneumothorax (37)
  • Gefäßstenosen im Einzugsgebiet
  • Herzrhythmusstörungen (37)
  • Allergien gegen eingesetzte Materialien
  • Kurzzeitige Klinische Ernährung

Risiken & Komplikationen

  • Insgesamt gravierendere Nebenwirkungen zu erwarten als beim peripheren Zugang (38)
  • Bei bis zu 12% der Patienten kommt es zu Nebenwirkungen (38)
  • Herzrhythmusstörungen (38)
  • Einblutungen ins Gewebe (38)
  • Arterielle Fehlpunktion (38)
  • Pneumothorax (38)
  • Katheterassoziierte Endokarditis (38)
  • Sepsis (38)
  • Thrombenbildung (Gefahr Lungenembolie!) (38)

Vorteile

  • Langzeitgebrauch möglich (39)
  • Seltene schmerzhafte Punktionen (39)
  • Einfache Implantation (mit gewissen Risiken) (39)
  • Gebrauch hochosmolarer Lösungen möglich (39)

Weitere Informationen

  • Katheteröffnung in Zentralvene nahe rechter Vorhof (15)
  • Anwendung einer automatischen Infusionspumpe bei Erwachsenen üblich (15)
  • Neonatologie/Pädiatrie: Einsatz einer Motorspritzenpumpe üblich (15)
  • Keine Blutprobe aus Anlage entnehmen (Infektionsrisiko!) (15)
  • ZV-Zugang bei Erwachsenen über V. subclavia (geringeres Infektionsrisiko als V. jugularis interna) (15)
  • Pädiatrie: Zugang über Leiste bietet gleiches Infektionsrisiko wie alle anderen Möglichkeiten (15)

Periphervenöse Applikation



Indikationen

  • Keine zentralvenöse Applikation möglich
  • Ernährungstherapie wird Zeitraum von 7-10 Tagen nicht überschreiten (26)
  • Patienten, die z. B. postoperativ nur vorübergehend auf KE angewiesen sind (26)
  • Ergänzung zur oralen und enteralen Kost (26)
  • Komplikationen bei zentralvenösem Zugang (v. a. Sepsis)

Kontraindikationen

  • Ungeeignete Venen
  • Thrombophlebitisneigung (27)
  • Niedrige Osmolarität des Blutes (z. B. durch Unterernährung, Flüssigkeitsrestriktion bei Nierenversagen oder kataboler Stoffwechsellage) (27)

Risiken & Komplikationen

  • Gefäß- und Nervenschäden am Unterarm (29)
  • Thrombophlebitis (27)
  • Insgesamt geringes Risiko (27)

Vorteile

  • Überall durchführbar (28)
  • Unkomplizierter Vorgang (28)
  • Risikoarmut (26)
  • Schnelle Verfügbarkeit der Nahrung (28)
  • Umgehender Volumenersatz möglich (28)

Weitere Informationen

  • Zugang über periphere Vene vor allem am Handrücken oder Unterarm (26)
  • Gelenknahe Punktion vermeiden (Gefahr der Flussminderung durch Abknicken) (30)
  • Einsetzen der Verweilkanüle unter Lokalanästhesie
  • Alle drei bis vier Tage Kanülenwechsel (31)
  • Osmolaritätsmaximum bei fettfreien Lösungen (inkl. Elektrolyte): 800 mosmol/l, bei Lösungen (fettfrei oder fetthaltig) mit einem Glukosegehalt von > 125g/l: 800-1.000 mosmol/l (40)
  • Tägliche Kalorienzufuhr: 2.000 kcal, 60% Fett und Anteil aktiver Glukose > 40% (31)
  • Lebensdauer des Zugangs umso höher, je höher Fett- und je niedriger Glukoseanteil (34)